West Highland Way 2018 Tag 3

Unterwegs in den schottischen Highlands


Tag 3 - Von  Sallochy  bis Rowchoish Bothy- 12 km

 

Diese Nacht haben wir besser geschlafen. Da man nach einem anstrengenden Tag immer sehr früh schlafen geht, ist man auch entsprechend früh wach. Gegen 5 ging Christina mal zum Toilettenhaus. Die Vögel erwachten gerade, als es am Horizont langsam Tag wurde. Ein Mann spazierte zu dieser frühen Stunde schon über den Platz. Ein bißchen kann man ja nochmal dösen. Und schwupp ist es halb 8.

 

Schnell spielte sich morgendliche Rutine ein. Sven bereitete das Frühstück vor und Christina fing an, Schlafsäcke, Matten und diverse Decken einzupacken. 

Als erstes wurde Kaffee gemacht. Wir hatten die Kaffeestreifen mit entweder nur Milch oder mit Milch und Zucker dabei. Lecker!

 

Dann kochten wir nochmal Wasser, was wir uns über unser Müsli kippten. Wir hatten Schokomüsli, dass eine breiige Konsistenz bekommt mit leckerer Schokosauce und Früchtemüsli mit Milchpulver darin. Solange das Müsli zog, rührte Sven Rührei an.

 

Nach kurzem Ziehen des Eies, konnte es in der Pfanne gebraten werden. Mit solch einem Frühstück kann der Tag nur gut werden!

Abbauen, einpacken, Füße pudern und los. Nach einer erneuten Fotosession am Strand, liefen wir dann endlich gegen 10 Uhr los.

Ziel war es, die No Camping Zone  zu durchlaufen um endlich wieder flexibel zelten zu können.

Promt ging es hügelig weiter, zwar auf guten Waldwegen, aber hügelig. Unsere erste Pause machten wir an einem Parkplatz in der Nähe von Rowardennen. Wieder gab es dort scharenweise Touris, einige mit ihren unausgelasteten Kindern, die, wie uns schien, heute endlich mal raus zum Toben durften. Und das machen sie leider nicht ohne Geräusche. Nerv. Wir pflegten unsere Füße erstmal, weil sich so langsam Blasen an Hacken und Zehen ankündigten. Vom ständigen bergauf und ab, schrubbelten die Hacken auch hinten am Schuh, was Christina aber erst merkte, als sich die ersten Hautschichten schon lösten. Indianer kennen keinen Schmerz, also ging es nach einem kurzen Snack weiter.

Auf einem gut befestigtem Weg liefen wir so vor uns hin, genossen es, mal keine Hügel zu laufen und sprachen über Gott und die Welt.

Es wurde Mittag und wir hatten wie immer Hunger. Auf einem kleinen Hügel mit Blick auf den See, packten wir unseren Kocher aus und machten uns lecker Mittag. Es gab eine kleine Tajine mit Gemüse und ein Hühnchencurry.

Gut gestärkt machten wir uns dann bald wieder auf den Weg, weil uns ziemlich kalt wurde, weil wir uns nicht bewegten.

Buchstäblich über Stock und Stein ging es nun  am höhergelegenen Rand des Wassers entlang. Manchmal etwas unwegsam, aber landschaftlich sehr schön, schlängelte sich die Uferroute um umgestürzte Bäume und riesige Felsen. Wir fanden ein perfektes Plätzchen zum Zelten, aber es war erst 15 Uhr, also noch viel zu früh und wir liefen weiter.

 

Wir peilten eine Schutzhütte an, bei der wir die Nacht verbringen wollten. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis wir dort waren. Laut Navi sollte ein eingestürzter Steinhaufen diese Hütte sein. Wie enttäuschend!

 

Aber ein paar hundert Meter weiter, wir mussten nur nochmal links abbiegen, erreichten wir die Rowchish Bothy.

 

Diese Hütte wurde aus den Steinen ehemaliger Siedlungshäuser erbaut und steht symbolisch für die Entvölkerung vieler Landstriche der Highlands.

 

Heute ist die Bothy eine gemütlich eingerichtete Hütte mit Feuerstelle, Stühlen und einem Tisch, es gibt eine Liegefläche und eine Box, in die man nicht mehr benötigte Lebensmittel packen, oder sich auch hinterlassene Dinge mitnehmen kann.

Die Hütte war schon mit 2 Wanderern belegt, also bauten wir unser Zelt hinter dem Haus auf.

Sven machte sich nach dem Zeltaufbau nochmal auf den Weg runter zum Strand um Wasser zu filtern und Christina war froh, wenn sie keinen Schritt mehr laufen musste.

Zum Abendessen gab es nicht viel, weil wir keinen richtigen Hunger hatten, nur Appetit.

Neben Müsliriegeln und Schokolade gab es zum Wärmen noch einen Tassenpudding (Schlemmerpause)

Am Abend wurde es so kalt, dass wir bald in unsere Schlafsäcke krochen.

 

Hier geht's zum TAG 4

     

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