Wohnen im Minicamper


Wir werden immer wieder gefragt: "Wie macht ihr das alles in einem so kleinen Auto?"

Antwort: Alles in Ruhe!

Das heißt: alles hat ja irgendwie seinen Platz im Auto oder wird in einer bestimmten Reihenfolge aufgebaut. Da ist nichts mit "mal eben schnell"!

Da kann man sich ganz schnell mal den Kaffee umhauen oder etwas anderes herunter reißen. Im schlimmsten Fall sogar verletzen.

Draußen zu "wohnen" ist auch ein entspannteres Wohnen. Man hat bzw. nimmt sich mehr Zeit für alles und bald hat man auch eine gewisse Rutine drin. Hier zeigen wir euch mal, wie wir das VANLIFE so leben.

Während der Fahrt werden Taschen, Jacken, Schuhe und so weiter hinten zwischen den Boxen verstaut. Persönliches haben wir mit vorne.

An einem Stellplatz angekommen, stellen wir alle Taschen, Rücksäcke, Jacken und Schuhe nach vorn.

Meistens bauen wir den Schirm über den Hintertüren an. Falls es doch regnet, können wir trotzdem die Türen öffnen und die Boxen nach außen öffnen. Die Matratze, die während der Fahrt auf der dritten Box liegt, klappen wir meist schonmal auf und haben eine gemütliche, kleine Couch. 

Ist soweit alles hergerichtet, gibt es erstmal einen Kaffee. Oft haben wir uns ein Stück Kuchen gekauft, oder es gibt Kekse dazu.

Wir haben immer 2 Stühle und einen quadratischen Tisch dabei. Man kann aber auch auf dem kleinen Klapptisch hinten an der Tür mal was abstellen, wenn mal noch nichts draußen aufgebaut ist.

In den 3 großen Boxen ist alles verstaut, was wir so auf Reisen benötigen. In der Linken ist "die Küche", oben der Gasherd mit Toastaufsatz und unten verstauen wir die Teller, Schüsseln, Besteck und was man sonst so hat.

In der rechten Box ist das Spülbecken, darunter sind 2 Kanister mit Frisch- und Abwasser.

Die dritte Box ist für Vorräte, Schlafsäcke und Kissen (bei einer längeren Tour bleibt alles draußen auf der Matratze), Wanderzubehör usw.

Die hinteren Boxen sind ausziehbar aber auch von oben zu öffnen!

 

Sollte es mal nicht so schön draußen sein, können wir ganz bequem drinnen sitzen und essen. Ein einsteckbarer Tisch machts möglich.

Entweder sitzen wir beide auf jeweils einer Box (Strombox, Kühlbox) uns gegenüber, aber meistens sitzt einer auf der Strombox und der andere auf der dritten Box. Da kommt man dann schön an alles dran, falls mal noch was aus dem Kühlschrank fehlt oder man ans Wasser muss.

Abends sitzen wir manchmal auf "der Couch", ringherum ein Buffet aus Snacks und Getränken und sehen fern oder lesen.

Bleiben wir mal länger an einem Ort, wird alle rausgeholt, was geht :-)

Unser Tarp kommt als Vordach an die Seite vom Van, darunter Tisch und Stühle. Die Solarzelle stellen wir bei jeder Gelegenheit auf, weil Strom kann man ja immer gebrauchen. Wo es geht hängen wir unsere gewaschene Wäsche auf. Sie trocknet auch sehr gut auf der Motorhaube, wenn noch Restwärme vorhanden ist.

Ansonsten heißt es, immer der Sonne nach ausrichten und umhängen. Da hat man zu tun...

 

Jetzt zum Thema "Waschen". Es gibt ein paar Optionen.

Zu unserem Glück, gab es zumindest in Norwegen in jedem etwas größeren Städtchen eine öffentliche Toilette. In Ullensvang zum Beispiel, gab es eine im Gemeindehaus, die ähnelte eher einem kleinen Badezimmer, als einem öffentlichen Klo. Und beheizt war es auch noch! Das nutzen wir nach der langen Wanderung auf der  Hardanger Vidda ausgiebig aus.

 

Warmes Wasser war auch vorhanden. Am breiten Waschbecken konnten wir uns die Haare waschen und schön mit Seife und Lappen abschrubben.

Mal nicht beeilen, weil es so kalt ist!!

Leider gab es keine benutzbare Steckdose, so mussten die Haare wieder luftgetrocknet werden.

 

In Deutschland und sicher auch in anderen Ländern, gibt es Duschen und Waschräume an Autobahnraststätten. Ich habe mir sagen lassen, die sind sehr gut, sauber und auch nicht zu teuer

 

Die zweite Option ist die allbekannte Katzenwäsche.

 

Beim Wandern holen wir uns in einer kleinen Faltschüssel Wasser aus einem Fluss und benutzen es meist in kalt. Optional geht auch direkt am oder im Fluss waschen.

Fürs Auto haben wir uns eine rechteckige Schüssel gekauft, die man als Waschschüssel nehmen kann, aber auch dann Dinge verstauen kann, wenn man sie nicht in Gebrauch hat.

Wir haben uns dann Wasser erwärmt, Bioseifenlauge gemacht und mit dem Microfaserlappen gewaschen. Microfaser deshalb, weil es einfach am schnellsten trocknet!

Die dritte Option sind feuchte Waschlappen. Die von DM gibt es im 50er Pack und die riechen besser als die von Rossmann. Beim Wandern, wo jedes Gramm zählt, hatten wir die von Rossman dabei und die Gesichtstücher von Lidl.

Zurück zum Thema Toilette. "Wo geht ihr denn mal aufs Klo?" Für viele ein Tabuthema, aber muss ja alles mal sein.

Während Sven es gut mal bis zur nächsten öffentlichen Toilette aushält, auch wenn es die erst in 2 Tagen gibt, hat Christina mit ihrer sehr guten Verdauung kein Problem damit, mit Schaufel und Klorolle in die Natur zu verschwinden.

Und Pipi kann wohl jeder draußen machen, oder?

Wir hatten auch eine klappbare Toilette dabei, für den Notfall. Aber die kam nie zum Einsatz und bleibt das nächste Mal zu Hause.

 

 

Ja wir sind eigentlich Warmduscher! Also hat Sven uns eine Dusche eingebaut. Im Eimer holen wir Wasser, Über einen Wärmetauscher, der auf dem Gasherd liegt, wird das Wasser so lange durchgepumpt, bis eine angenehme Temperatur erreicht ist. Luxus Pur!

Will man sich nur die Haare schnell Waschen, reichen tatsächlich 1,5 Liter Wasser aus! Zum Befeuchten der Haare Wasser über den Kopf gießen und in der Schüssel auffangen. Während Christina sich einschampooniert, wird das Wasser aus der Schüssel wieder in die Flasche zurück gekippt und zum Ausspülen noch einmal verwendet. Fertig. Und geht ganz schnell.

Zum Ende des Tages wird ein letztes Mal umgebaut. Und zwar, das Bett.

Alles, was nachts störend sein kann, wie zum Beispiel der Gemüsekorb, der tagsüber an der Seite baumelt, wird nach vorn in den Fahrerraum gehängt. Handtücher können vorn über 2 Stangen, die unter dem Fach, über dem Cockpit, angehängt werden.

Die Matratze wird auf der Seitenbox abgelegt und die 2 Deckel der dritten Verstaubox aufgeklappt. Die linke Box klappt man ebenfalls zur Mitte aus und erhält seine Liegefläche. Jetzt nur noch eine dickere Decke ausbreiten, die Matratze aufklappen, zurecht rücken und fertig ist das Schlafgemach. Wir benutzen Schlafsäcke, weil man sie platzsparend verstauen oder flach auf die Matratze während der Fahrt legen kann.

Richtige Decken und Kissen könnten wir gar nicht verstauen.

Das war ein kleiner Einblick in unser Vanlife. Ja, man muss jeden Tag mehrfach umbauen und viel räumen, aber wenn man eine gewisse Rutine hat und nicht hektisch und schnell reagiert, klappt das alles sehr gut. Es gab auch nichts in den 3 Wochen, was uns gefehlt hat . Eher haben wir noch das ein oder andere aussortiert, das nicht gebraucht wurde.

 

Bis bald, lasst gerne einen Kommentar da.

Christina & Sven

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Robert (Dienstag, 11 Dezember 2018 01:58)

    Habt Ihr toll ausgebaut.